Ausschreibung

Ausschreibung zur Bewerbung als Burgschreiber(in) zu Laufenburg

Zum Stipendium

Die beiden Städte Laufenburg/Baden und Laufenburg/Schweiz schreiben für den Zeitraum vom 01. März bis 31. Mai 2019 zum ersten Mal das Burgschreiberstipendium für deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus der Schweiz und Deutschland aus. Die jeweilige Burgschreiberin/der jeweilige Burgschreiber bekommen einen monatlichen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten von 850 Euro sowie freie Unterkunft – sechs Wochen in Deutschland und sechs Wochen in der Schweiz. Es ist geplant, das Stipendium künftig alle zwei Jahre auszuschreiben.

Die grenzüberschreitende Form ist bewusst gewählt und macht dieses Stipendium in gewisser Weise zu etwas Besonderem. Laufenburg war einmal eine Stadt mit einer gemeinsamen Kultur, gemeinsamen Sitten und Gebräuchen, regiert von den Habsburgern – bis Napoleon kam und der Rhein zur Grenze wurde. Die Laufenburger mussten lernen, damit umzugehen. Mitglieder einer Familie lebten plötzlich in verschiedenen Ländern. Bräuche wie die gemeinsame Laufenburger Fasnacht, einer der ältesten im alemannischen Sprachraum, mussten an die Gepflogenheiten in zwei Ländern angepasst werden.

Doch die Bewohner von Laufenburg/Baden und die Laufenburger im schweizerischen Kanton Aargau gaben nicht auf, liessen sich nicht auseinanderdividieren, auch wenn die Lage in zwei Ländern einiges an Veränderungen gebracht und die Zeit die Unterschiede sichtbarer gemacht hat. Es gibt in Laufenburg drei Bahnhöfe zum „Ankommen“, zwei Brücken und beidseits des Rheins jede Menge Brückenbauer, die gemeinsame Ereignisse wie das Kulturfestival „Fliessende Grenzen“ möglich machen.

Von 1996 bis 2004 gab es in Laufenburg das Kunststipendium, das dann leider sang- und klanglos verschwand. Ein Organisationsteam mit der Autorin Petra Gabriel aus Laufenburg Deutschland und dem Kulturmanager Martin Willi aus Laufenburg Schweiz (theater WIWA, kultSCHÜÜR) haben sich deshalb um die Einführung eines Stipendiums mit dem Titel: „Burgschreiber(in) zu Laufenburg“ bemüht.

Wir, die Initiatoren des Laufenburger Burgschreiberstipendiums, hoffen sehr, mit diesem Stipendium ebenfalls dazu beizutragen, dass Ländergrenzen und politische Unterschiede in der Begegnung zwischen Menschen eine immer kleinere Rolle spielen. Daneben liegt uns die Förderung der Literatur, beziehungsweise der Austausch und die gegenseitige Inspiration von Künstlern aus verschiedenen Ländern am Herzen. Laufenburg selbst mit den beiden mittelalterlichen Altstädten in der Schweiz und in Deutschland, die schöne Umgebung mit Bergen und Fluss und das im Herzen Europas, gleichzeitig aber an den Aussengrenzen der EU, bietet, wie wir finden, jede Menge Anregungen für Kreativität und Fantasie.

Wir werden von beiden Städten Laufenburg dankenswerter Weise mit einem – in Bezug zur Grösse der jeweiligen städtischen Haushalte – erheblichen Beitrag zu den Kosten unterstützt. Ohne diese Unterstützung wäre die Ausschreibung nicht möglich gewesen.

 

Thema und Umsetzung

Das Thema für die Premiere 2019, auf das sich die Stadträte, die Organisatoren und die Jury geeinigt haben, lautet: „Ankommen“.

In welcher literarischen Form das umgesetzt wird, steht jeder Burgschreiberin/jedem Burgschreiber frei – Gedichte, Drehbuch, Novelle, Kurzgeschichte, Roman – jede Form von Lyrik oder Prosa ist willkommen, der Bezug zu Laufenburg und der speziellen Situation der Stadt sollte aber erkennbar sein.

 

Modalitäten des Stipendiums

Für drei Monate steht ein künstlerischer Freiraum bereit, in dem sich die/der Stipendiatin/Stipendiat inspirieren lassen und die Stadt durch ihr/sein Wirken inspirieren kann. Während dieser Zeit wird dem oder der Burgschreiber(in) auf beiden Seiten des Rheins ein „Pate“ oder eine „Patin“ zur Seite gestellt werden, der/die Türen, zum Beispiel zu Archiven oder Vereinen, öffnet.

 

Zur Ausstattung gehören:

– die kostenlose Unterkunft – jeweils anderthalb Monate in Laufenburg Schweiz und Laufenburg Deutschland, bevorzugt in Privatquartieren, um die Einbindung der Gäste ins Leben der beiden Kommunen zu ermöglichen.

– eine monatliche Aufwandsentschädigung von 850 Euro.

 

Aufgaben der(s) Burgschreiberin(s)

Der erste, obligatorische Termin sollte eine öffentliche Lesung sein, in deren Rahmen die/der Burgschreiberin/-schreiber sich und ihr/sein bisheriges literarisches Schaffen vorstellt. Bei dieser Lesung wird zudem auch das Stipendium und der Titel der(s) Burgschreiberin(s) offiziell übergeben.

Dazu kommen Lesungen zum Beispiel in der Stadtbücherei oder auf Wunsch auch der Besuch in einer Schule. Die genauen Termine stehen noch nicht fest.

Eine resümierende Präsentation der Zeit in Laufenburg beschliesst die aktive „Amtszeit“. Diese Präsentation kann auf den beiden Websites von Laufenburg und/oder in Form einer Publikation veröffentlicht werden.

Alle Veranstaltungen während der drei Monate des Aufenthalts sind honorarfrei und sollten im Zeichen eines wechselseitigen und lebendigen Austausches stehen. Es wird jedoch eine Kollekte zur Deckung der Unkosten eingezogen, ein Buchverkauf der Autoren ist möglich.

Je nach Umfang und Art der Arbeit ist im Nachgang eine honorierte Publikation und/oder des in Laufenburg entstandenen Werks über die Homepages beider Städte oder als online-Publikation angedacht, sofern der Autor zustimmt. Möglich wäre bei kürzeren Arbeiten auch eine Print-Anthologie, die mehrere Jahre umfasst.

 

Bewerbungmodalitäten für Autoren/Autorinnen

Jenseits von Staatsangehörigkeit und literarischer Gattung ist jede(r) deutschsprachige Autor(in), die/der in den Ländern Schweiz oder Deutschland einen Wohnsitz hat, eingeladen, sich zu bewerben – ausschließlich in elektronischer Form.

Sie/Er muss mindestens eine selbstständige, nicht im Eigenverlag erschienene Publikation nachweisen. Die Bewerbung (maximal zwei A4-Seiten) umfasst den bisherigen Werdegang. Besonders freut sich Laufenburg auf die „Blaupause“ (maximal eine A4-Seite) über die Triebfedern, Vorhaben und Ideen, die es für den Aufenthalt in der Stadt gibt.

Die Jury beurteilt die Bewerbungen und vergibt den Titel des Burgschreibers.

 

Einsendeschluss ist Mitte November 2018

Bewerbungen, bevorzugt per Mail an: info@petra-gabriel.de und willi_martin@bluewin.ch

Schriftliche Bewerbungen werden nur in begründeten Ausnahmefällen entgegengenommen.

 

Projektverantwortliche

Petra Gabriel, wohnhaft in Laufenburg Deutschland und Berlin / Autorin, Journalistin, Redakteurin, Übersetzerin, Sprecherin, Mitglied im Schriftstellerverband VS Berlin

Martin Willi, wohnhaft in Laufenburg Schweiz / Kultur- und Eventmanager, Theaterpädagoge, Regisseur, Schauspieler, Autor, Dozent, Betriebsleiter der kultSCHÜÜR Laufenburg

 

Jury

Petra Gabriel und Martin Willi

Renata Vogt, Laufenburg Deutschland, Buchhändlerin und Kulturorganisatorin

Christian Haller, Laufenburg Schweiz, Autor und Dramaturg

sowie Maria-Theresia Rist, Vertreterin des Stadtrates von Laufenburg/Baden

und Meinrad Schraner, Vertreter des Stadtrates von Laufenburg/Schweiz